Christopher N.
Der Countrr am Alexanderplatz zeigt warum der Einzelhandel zum Teil Herausforderungen hat!
Für mich erklärt der Sephora Counter in der Galeria am Alex ziemlich genau, warum der Einzelhandel größere Schwierigkeiten hat zum Teil, als er haben müsste!! Was mir direkt auffällt wenn ich auf den Counter zulaufe: eine Menschentraube aus Mitarbeiter*innen (alle in ihren „Beauty Expert“ oder so ähnlich lautenden Shirts zu erkennen) steht zusammen und hält smalltalk - einladend? Finde ich wenig! Als ich nun also durch die engen Gänge stöbere, laufen Mitarbeiter*innen an mir vorbei, sprechen zumindest mich nicht an oder bieten ihre „Expertise“ an. Vielleicht ja Teil des Konzeptes? Für mich fraglich! Nachdem ich aber nun Hilfe benötigt habe, habe ich eine der s.g. Expertinnen angesprochen, und ihr mitgeteilt, dass ich ein neues serum brauche und ein paar andere Dinge und gerne etwas Neues ausprobieren will. Hatte sie Ahnung vom Sortiment, den Produkten überhaupt oder gar Lust? Offensichtlich nicht, denn sie bot mir nur die Produkte an, die ich im Vorfeld hinterfragt habe und zu denen ich Alternativen gesucht habe. Fühlt man sich hier verstanden? Ich zumindest nicht! Nach weiteren Minuten des stöberns sprach mich nun eine Mitarbeiterin an, die nicht für den Counter arbeitete, dies war nett, aber sie wollte logischerweise versuchen einen Experten von Sephora für mich zu finden. Die nächste durch diese Person für mich angepsrochene Mitarbeiterin war nun zumindest nett und zeigte mir einige Dinge, mit Aussagen wie „das mag ich gerne“, oder „das ist gut“. Bedarfs orientiert? Nicht unbedingt aber zumindest mal nicht desinteressiert. Nun aber das wirklich herausragende: bevor die Mitarbeiterin die Beratung abschließen konnte, stieß eine andere Kollegin dazu, sagte „wir müssen jetzt, wir haben Meeting“. Eine sich in einer Beratung befindende Mitarbeiterin, die gerade begonnen hat einen Warenkorb mit mir zu generieren, der durch weitere 5 Minuten Beratung evtl von 80 auf 160 Euro gehen könnte, darf also nicht ein Meeting verpassen weil sie keiner zu den Themen, die sie evtl verpasst im Nachgang abholen könnte? Ich verstehe Meetings und Termine gut, aber das finde ich mehr als daneben! Schlussendlich beriet mich nun also die vorab erwähnte freundliche Kollegin welche NICHT von Sephora war zu den Produkten, welche Sephora verkaufte und machte hier einen guten Job, sodass der Warenkorb bei mir zumindest noch auf 120 Euro wachsen konnte. Was ich auch auffällig finde ist, dass es für Sephora wohl völlig okay ist, dass Tester in Tiegeln mit den Fingern anstelle von Stäbchen die ausliegen genutzt werden können. Bin ich pingelig? Eventuell liegt es nur daran. Jeder darf immer selbst entscheiden, ob eine solche Erfahrung Kundenorientierung oder Kompetenz ausstrahlt, aber ich kann für mich klar sagen: Sephora hat in meiner Wahrnehmung stationär mehr als ein wenig Bedarf sich zu verbessern.


