Ole
Saftladen
Ich habe im Onlineshop von Billabong etwas bestellt und wollte es zurücksenden, weil es nicht gepasst hat. Billabong schreibt auf der Website, dass die Rücksendung kostenlos ist. Erstes Problem war, dass der Lieferung zwar ein Aufkleber beilag, es sich dabei aber nicht um ein Rücksendeetikett handelte, sondern vermutlich lediglich für die Sortierung im Lager von Billabong von Belang ist. Ein Rücksendeetikett lag nicht bei. Da mir weder AGB noch Widerrufsbelehrung auf einem dauerhaften Datenträger zur Verfügung gestellt wurden, habe ich den AGB auf der Website entnommen, dass – sofern kein Rücksendeetikett beiliegt – dieses angefordert werden kann. Also habe ich über das Online-Formular ein Rücksendeetikett angefordert. Unmittelbar nach Absenden habe ich eine automatische Eingangsbestätigung meiner Anfrage erhalten und 11 Tage später (und nach Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist) eine weitere automatische Nachricht, dass sie ein „sehr hohes Kontaktvolumen haben und sich daher unsere Reaktionszeit möglicherweise verzögern kann“. Andere Kontaktmöglichkeiten außer dem Kontaktformular auf der Website/ der zendesk-E-Mail-Adresse gibt es nicht. Da ich das Produkt innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist zurücksenden wollte, habe ich es auf eigene Kosten zurückgesendet. Retour-Waren bei Billabong sind nach Belgien zu versenden (siehe Geschäftsbedingungen auf der Website), kostet also mit DHL 17,99 Euro, die ich in Vorleistung gehen musste. 11 Tage nachdem das Paket bei Billabong eingegangen ist und ich mein Geld immer noch nicht zurückerstattet bekommen habe, habe ich an Billabong geschrieben (an die gleiche „Service“-E-Mail-Adresse wie oben), dass ich zur Rückerstattung auffordere und ansonsten rechtliche Schritte einleiten werde. Einen Tag später erhielt ich die Nachricht, dass die Rückerstattung veranlasst worden sei. Tatsächlich ging einige Tage später das Geld auf meinem Konto ein – allerdings nur der Kaufpreis, nicht die Rückversandkosten. Nachdem der Kaufpreis zurückerstattet wurde und das Produkt längst wieder im Billabong-Lager war, habe ich eine Antwort auf meine Anfrage bzgl. des Rücksendeetiketts erhalten: „Sie können die Bestellung kostenfrei zurückschicken oder gleich die Annahme verweigern, danach wird der Betrag Ihrem Konto gutgeschrieben.“ Wie ich die Bestellung kostenfrei zurücksenden soll ohne Rücksendeetikett bleibt Geheimnis des „Kundenservice“. Auf die Rückversandkosten i. H. v. 17,99 Euro habe ich vergeblich gewartet. Deshalb wollte ich einen Antrag auf Streitschlichtung an die in § 6 Abs. 2 Geschäftsbedingungen genannte Verbraucherschlichtungsstelle (Universalschlichtungsstelle des Bundes) senden. Bei Antragstellung muss die Adresse des Unternehmens eingegeben werden. Allerdings können nur Adressen in Deutschland eingetragen werden. Da Billabong bzw. Na pali S.A.S. aber in Frankreich sitzt, war dies nicht möglich. Eine deutsche Adresse habe ich nicht gefunden. Warum in den Geschäftsbedingungen von Billabong aber diese Schlichtungsstelle als zuständig genannt wird, ist mir schleierhaft. Dann habe ich also die Online-Streitbeilegung der Europäischen Kommission (§ 6 Abs. 3 Geschäftsbedingungen Billabong) versucht. Hier hat der Beschwerdegegner, also Billabong, 30 Tage Zeit auf meine Beschwerde zu reagieren. Billabong hat aber auch da nicht reagiert und ich meine Rückversandkosen nicht wiedergesehen. Ich hätte wohl widerrufen und auf das Rücksendelabel warten müssen, bevor ich die Ware zurückschicke. Ich glaube, dann hätte ich das Paket bis heute noch bei mir rumliegen und nicht einmal den Kaufpreis zurück. Das Verhalten von Billabong erweckt bei mir den Eindruck, als stecke hinter der Nichtbeantwortung von Kundenanfragen System. Zudem kann ich nicht nachvollziehen, dass Billabong kein Rücksendeetikett beilegt oder einen dieses über sein Nutzerkonto ausdrucken lässt. Alles in allem ein zu jedem Zeitpunkt unzuverlässiger Vertragspartner und ein Saftladen wie er im Buche steht. tl;dr Besser gleich woanders bestellen und Zeit und Ärger sparen.


